Richard Kappeller | Messermacher | Salzburg

Häufig gestellte Fragen

Messer

Werden die Messer von euch selbst gemacht?

Ja! Alle Messer die Sie in unserem Shop, Werkstatt oder online sehen kommen aus unserer Werkstatt in Salzburg und werden dort von Hand gefertigt.

Woher haben Sie die Rohlinge?

Wir verwenden keine Klingenrohlinge sondern beziehen den Stahl ungehärtet in Form von Platten oder als Flachstahl von verschiedenen Herstellern und Damastschmieden. Die Messerklingen werden dann von uns ausgesägt, von Hand geschliffen, gehärtet und zum fertigen Messer verarbeitet.

Schmieden Sie auch selber?

Wir beziehen den Stahl ungehärtet als Platten oder Flachstahl aus denen dann gesägt oder gefräst wird. Der Messermachers beschäftigt sich mit der Herstellung von Schneidwerkzeugen, also mit der Verarbeitung von Stahl und nicht mit der Herstellung. Auch ist die Ausstattung einer Messermacher-Werkstatt eine andere als die einer Schmiede.
Die Werkstatt ist mit digital gesteuerten Härteöfen und einem Rockwell-Härteprüfgerät ausgerüstet. Der Prozess der Wärmebehandlung ist einer der wichtigsten bei der Messerfertigung und durch Unterstützung moderner Hilfsmittel bekommt man ein optimales Ergebnis, das sich im Gebrauch bemerkbar macht.

Wie oft muss man die Messer schärfen?

Messer die man nie schärfen muss, sind ein Marketing-Gag! Wie „schnitthaltig“ ein Messer ist oder wie „gut“ ein Stahl ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Je nach Anwendungsgebiet des Messers wird der Stahl ausgewählt. Die Schneidgeometrie muss nun auf den Stahl und das Anwendungsgebiet angepasst werden. Denn nicht jeder Stahl verträgt jeden Winkel an der Schneidphase und nicht jede Anwendung erfordert unbedingt den flachsten Winkel. Zum Beispiel ergibt ein stumpferer Winkel bei einer Anwendung die Keilwirkung erfordert, wie bei einer Axt, höhere Schnitthaltigkeit als ein flacher Winkel.
Auch die eigene Schärftechnik und Schärfmittel haben Einfluss auf Schärfe und Schnitthaltikeit. Tipps und Techniken hierführ erfahren Sie bei unseren Schärfkursen.
Man kann die Schnitthaltigkeit Ihres Messers auf die Anwendung bei der Herstellung optimieren und beim Schärfen angleichen. Eine seriöse aussage wie lange ein Messer scharf bleibt oder wie oft man es schleifen muss kann nicht getroffen werden.

Was macht ein Messer so teuer?

Es ist von Hand gefertigt und ein Unikat – mit Augenmerk auf die Details und viel Knowhow in der Stahlverarbeitung. Durch jahrelanges Entwickeln eigener Techniken können die Messer für die jeweilige Anwendungen optimiert werden und die verwendeten Materialien kommen schön zur Geltung
Damast und Mammutelfenbein liegen natürlich preislich höher als Böhlerstahl und Holz. Auch der Aufbau des Messers wie z.B. Flach-Erl-, Spitz-Erl- oder Integralmesser spielt eilne Rolle. Da unterschiedlich viel Zeit und handwerkliches Geschick bei der Endbearbeitung nötig sind oder bei einem Integralmesser einfach wesentlich mehr Materialverlust einzuberechnen ist. Gerade bei Integralmessern aus Damast fällt das ins Gewicht. Ebenso durch die Zusammenarbeit mit weiteren Kunsthandwerkern, wie z.B. aufwändige Gravuren von Hand eines Waffengraveures oder Fassarbeiten eines Goldschmiedes.

Wie lange gibt es den Messermacher schon?

Richard Kapeller stellt schon seit 2003 Messer her. Das Geschäft in der Getreidegasse 25 wurde 2016 eröffnet. Davor konnten Messer nur in der Werkstatt oder über den Onlineshop gekauft werden.

Wir alles vor Ort gefertigt?

Wir stellen den Großteil der Messer in unserer Werkstatt in der Gnigler Strasse her. Im Geschäft kümmern wir uns um Teilschritte der Herstellung, wie zum Beispiel Griffanpassung und Feinschleifen der Klingen oder Verzierungen und Feilarbeiten.

Kaufen Leute teure Messer überhaupt?

Ja natürlich! Es ist wie mit Schuhen, Taschen oder Herrenanzügen - Wir haben die Auswahl - es gibt sozusagen nicht nur den "Anzug von der Stange", sondern auch den "maßgeschneiderten Herrenanzug" an dem man sich sogar die Knöpfe aussuchen kann.
Vor allem Berufsgruppen die ein Messer sehr häufig verwenden, legen großen Wert auf Qualität, Handlichkeit und Zuverlässigkeit ihres Arbeitsgerätes.
Durch die Integralbauweise ermöglicht man zum Beispiel leichte Reinigung des Überganges zwischen Klinge und Griff. Das ist für Jäger oder Köche ideal, da hier keine Feuchtigkeit oder Schmutz eindringen und deshalb hygienischer gearbeitet werden kann.

Es gibt noch die Möglichkeit dass Sie sich Ihr Messer selbst fertigen. Wir bieten Zweitageskurse an, in denen Sie ein Flach-Erl-Messer nach eigenen Vorstellungen fertigen können. Egal ob Jagdmesser, Küchenmesser, Lederhosenmesser. Sie brauchen dazu keine handwerkliche Erfahrung, jeder geht am zweiten Tag mit einem scharfen Messer nach Hause. Zu der Kursgebühr kommen noch die Materialkosten dazu. Durch die eigene Anfertigung bekommt man nicht nur einen Einblick in die Messerherstellung, sondern auch einen unvergleichlichen Bezug zu diesem selbst gefertigten Einzelstück.
Wir bieten auch Kursgutscheine an, die als besonderes Geschenk sehr gefragt sind.

Welche Einsatzmöglichkeiten haben die Messer?

Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Küche, Jagd, Jause, Outdoor, Survival, Camping, Freizeit, Hobby, Tauchen, Bogenschießen und für viele Berufsgruppen von Förstern über Fischer und Handwerker.

Verwenden Sie echten Damast?

Wir verwenden nur die besten Damaststähle für unsere Messer. Wie gut ein Damst ist ist abhängig von den Stählen die miteinander verschmiedet werden und wie diese für Ihre Anwendung geeignet sind.
Bei Damaszener-Stahl oder kurz Damast handelt sich um einen Verbund aus mehreren Werkstoffen. Meist werden zwei unterschiedliche Stähle miteinander verschmiedet die sich von den Eigenschaften ergänzen. Man stellt ein Paket mit oft mehreren hundert Lagen her, in welches man dann durch Einhämmern verschiedener Objekte ein Muster gibt. Viele Muster können durch Einschmieden und anschließenden Planschleifen von unterschiedlichen Objekten erzeugt werden wie z.B. Rosen-, Wellen-, Pyramiden-, Fischgrätdamst u.v.m… Die Schichten weichen durch das einprägen der Formen ab. Nach anschließenden Planschleifen und Ätzen kommt das Muster wie bei einer Höhenlinienkarte zum Vorschein. Durch verdrehen des Lagenparketes stellt man z.B. den Torsionsdamast her.
Das Muster kommt erst durch das Ätzen hervor. Im Säurebad wird ein Stahl mehr als der andere angegriffen. Je nachdem wie lange die Klinge geätzt wird, entsteht ein leichter bis starker Tiefenunterschied. Durch vorsichtiges Abziehen mit feinem Schmirgelpapier bekommt die obere Lage wieder ihre Stahlfarbe und die untere Lage bleibt dunkel.
Wir geben uns viel Mühe mit unseren Damastmessern: damit das Damastmuster über die ganze Griffrücken zu sehen ist, muss der Griff mit Schutzlack abgedeckt werden und das erfordert genaue Arbeit und Geduld.

Ist Damast besser als normaler Stahl?

In früheren Zeiten verschmiedete man zwei unterschiedliche Stähle um dessen Eigenschaften zu kombinieren, zum Beispiel einen schnitthaltigen und einen flexiblen Stahl. Heutzutage werden zwei oder drei von der Härte ähnliche Stähle verwendet da man bei Messern andere Anforderungen hat als früher bei Schwertern oder Dolchen.
Auch bei manchen Mustern wie z.B. dem Torsionsdamast hätte man bei einem zu starken Unterschied der Härte einen unterschiedlichen Verschleiß an der Klinge was zu einer welligen Schneide führen würde.
Die von uns verwendeten Damaststähle sind genau für die Anforderung als schnitthaltiges Jagd-, Jausen- oder Küchenmesser ausgelegt. Bitte lassen Sie sich beraten - wir finden den besten Damast für Ihren Verwendungszweck.
Durch die heutigen Fertigungsmöglichkeiten können auch Monostähle mit herausragenden Eigenschaften erzeugt werden, aber Damast ist individuell wie ein Fingerabdruck der Ihr Messer noch mehr zum Unikat macht.

Warum gibt es Messer aus nicht-rostfreiem Stahl

Nicht-rostfreie Stähle weisen meist ein feineres Gefüge auf, können oft höher gehärtet und dünner ausgeschliffen werden.
Man kann z.B. bei einem Küchenmesser einen flacheren Winkel schleifen und bekommt eine höhere Schärfe und längere Schnitthaltigkeit. Würde man einen rostfreien Stahl so dünn ausschleifen, kann es zu Mikro-Ausbrüchen kommen und das Messer wird schneller stumpf.
Über 12,5% Chromanteil zählt der Stahl als rostfrei. Chrom bildet mit anderen Legierungsbestandteilen Carbide, welche man sich wie grobe Brocken im Stahlgefüge vorstellen kann.
Schleift man das Messer zu dünn, brechen diese Carbide aus und das Messer wir unter dem Mikroskop betrachtet eine Mikroverzahnung bekommen und kann nicht so scharf geschliffen werden.
Trotz sorgfältiger Pflege wird sich das Messer oberflächlich verfärben und eine Patina bekommen. Das ist auch nicht schlimm sondern ein Merkmal dieses Stahles. Die Patina wird mit der Zeit immer einheitlicher und mit der Zeit eine gewisse Schutzschicht bilden und sich kaum noch verändern.
Bitte versuchen Sie nicht die Verfärbung jedes Mal abzuschleifen durch Aufrauen der Oberfläche immer wieder eine neue Reaktion mit dem Schnittgut stattfindet und somit ein leichter Geruch, Geschmack oder Verfärbung entstehen kann.

Wie pflege ich nicht rostfreie Messer?

Nachdem Sie Ihr Messer gereinigt und abgetrocknet haben, mit einem beliebigen Speiseöl oder Ballistol einölen und trocken lagern. Falls die Lederscheide ihres Messers feucht diese zuerst trocknen lassen bevor Sie das Messer darin aufbewahren. Die Gerbstoffe im Leder können mit dem nicht-rostfreien Stahl stark reagieren.
Trotz sorgfältiger Pflege wird sich das Messer oberflächlich verfärben und eine Patina bekommen. Das ist auch nicht schlimm sondern ein Merkmal dieses Stahles der sich durch extreme Schäfte, oft sehr hohe Härte und ein äußerst feines Gefüge auszeichnet. Die Patina wird mit der Zeit immer einheitlicher und mit der Zeit eine gewisse Schutzschicht bilden und sich kaum noch verändern.
Bitte versuchen Sie nicht die Verfärbung jedes Mal abzuschleifen durch Aufrauen der Oberfläche immer wieder eine neue Reaktion mit dem Schnittgut stattfindet und somit ein leichter Geruch, Geschmack oder Verfärbung entstehen kann.

Ist der Rost schädlich?

Es wird, bei richtiger Lagerung, kein roter Rost auf Ihrem Messer blühen wie man sich Rost vorstellt. Durch das Schneiden von säurehaltigen Lebensmitteln, wie Zwiebel und Zitrone, entstehen „Flecken“ auf der Klinge, die mit der Zeit zu einer flächigen Patina werden. Nicht-rostfreier Stahl bildet seine eigene Art von Schutzschicht durch diese Patina, welche im Lauf der Verwendung entsteht. Am Anfang wird man vielleicht einen etwas metallischen Beigeschmack haben, es ist jedoch nicht ratsam die Patina wegzuschleifen, denn wenn sie erst einmal entstanden ist, ist sie geschmacksneutral und das Messer vor weiterer Reaktion geschützt.

Was hat der Herr Kappeller ursprünglich gelernt?

Er hat das Holztechnikum in Kuchl besucht und erlangte dort Fachwissen über Holzbearbeitungstechnik. Sein Abschlussprojekt war die Entwicklung eines Stabilisierungsverfahrens für Messergriffe.

Was ist stabilisiertes Holz

Das Stück Holz wird im Vakuum mit flüssigen Kunstharz in Verbindung gebracht. Die Poren vom Holz saugen das Kunstharz auf. Das hat den Vorteil, dass das stabilisierte Holz kaum quillt und schwindet, und wesentlich unempfindlicher gegen Feuchtigkeit ist. Das Ganze kann man auch farbig machen.

Ist das echtes Mammut Elfenbein und woher kommt es?

Nachdem die letzten Mammuts vor etwa 4000 Jahren ausgestorben waren, kommen die Stoßzähne nur noch in fossiler Form vor. Sie stammen hauptsächlich aus dem nördlichen Teil Sibiriens, wo sie während des arktischen Sommers ausgegraben werden, wenn der Permafrostboden auftaut und die Schätze freigibt.

Kann man bei Ihnen auch die eigenen Messer schärfen lassen?

Gerne können Sie Ihre eigenen Messer bringen (außer Wellenschliff) und innerhalb ein bis zwei Wochen schärfen wir diese für Sie. Je nach Klingenlänge kostet das €6 bis €8. Scheren, Rasenmäherblätter oder Sensenklingen können wir nicht schärfen.

Benötigt man alle Schärfsteine?

Das Problem ist: hat man zum Beispiel nur einen Keramikstein und ein sehr stumpfes Messer, müsste man das Messer ewig über diesen einen feinen Stein ziehen, damit etwas abgetragen wird. Die Gefahr, dass man unkonzentriert wird und den Winkel nicht einhält ist dann größer. Hat man jedoch nur einen groben Stein, bringt man zwar die Scharten leicht heraus, aber um letztendlich die Klinge wieder scharf zu bekommen, braucht man die feinen Steine. Die Abstufung der Körnungen unseres Schärfsets sind nach jahrelanger Erfahrung und durch Probieren verschiedener Produkte, so zusammengestellt, dass sie mit möglichst wenig Zeitaufwand zu einem perfekten Ergebnis kommen.

Werden die Lederscheiden selbst angefertigt?

Ja! Wir fertigen die Scheiden aus natürlich gegerbten Rindsleder aus dem Halsbereich. Eine Scheide ist im Preis dabei (außer bei Küchenmessern) aber wir können auf besonderen Wunsch auch aufwändige Scheiden mit Punzierungen, Verzierungen, Alcantara Fütterung oder mit Rochenlederüberzug u.v.m herstellen.

Stellen Sie auch Klappmesser her?

Ja, wir fertigen auch Klappmesser, aber im Gegensatz zum feststehenden Messer ist die Herstellung eines Klappmessers wesentlich aufwändiger. Wir können Ihr persönliches Klappmesser nach Ihren Wünschen gestalten. (Form, Mechanik, Materialkombination und Personalisierungsmögichkeiten, wie Gravuren etc.).

Fertigen Sie auch Schwerter?

Nein! Die maximale Länge unserer Messer liegt bei ca. 30cm. Jeder Messerstahl wird gehärtet und unser Härteofen hat eine Maximaltiefe von 30cm.

Kurse

Wie funktionieren die Kurse?

Es gibt verschiedene Kurse (Messerkurs, Klappmesserkurs, Schärfkurse uvm.). Meist gehen diese über 2 ganze Tage, bevor sie ihr persönlich hergestelltes Messer mit nach Hause nehmen. Hier sind einige Eckdaten:
- Dauer: 2 Tage
- Vorwissen: ist nicht notwendig
- Ort: in unserer Werkstatt in der Gnigler Strasse 65
- Material: ganze beliebig viele Möglichkeiten, die Materialkosten werden zum Kurspreis hinzugerechnet.
- Termine finden sie hier auf der Homepage
- Teilnehmer: von 8 bis zu 14 --> unsere Werkstatt hat ganz viel Platz

Bis wann kann ich die Teilnahme an einem Kurs stornieren?

Bis zu 2 Wochen vor dem Kurs können Sie kostenfrei stornieren.

Danach müssen wir leider 50% als Stornogebühr verrechnen.
Sollten Sie in weniger als 24h vor Kursbeginn stornieren, fällt es uns sehr schwer noch Ersatz zu finden und müssen daher 100% der Kurskosten als Stornogebühr einbehalten.

Namensänderungen oder Weitergabe des Kursgutscheines für den bereits angemeldeten Kurs sind jederzeit kostenfrei möglich.

Sollten Sie die Kursgebühr bereits bezahlt haben, stellen wir Ihnen einen Gutschein über den Betrag aus. Sie können den Gutschein für alle unsere Produkte und Kurse unter www.messermacher.at einlösen.