Richard Kappeller | Messermacher

Herstellungsmethoden: Handwerk und Hightech

Messermachen ist ein Kunsthandwerk, Handwerk und Hightech sind jedoch kein Widerspruch!
Man braucht Kreativität und künstlerisches Gespür, um die optimale Kombination aus Design, Material und Gebrauchsfähigkeit zu finden. Größtenteils wird man traditionell handwerklich arbeiten, etwa wenn der Griff angepasst wird. Man nimmt das Messer immer wieder in die Hand und feilt und schleift in Handarbeit solange nach, bis es perfekt in der Hand liegt. Das Abziehen (Linieren) der Klinge und Entfernen aller kleinen Kratzer muss ständig kontrolliert werden und kann nur per Hand gemacht werden, um einen schönen, gleichmäßigen Schleifstrich zu erzielen. Auch das Schärfen des Messers kann nur manuell wirklich zufriedenstellend durchgeführt werden. In diesen und unzähligen anderen Arbeitsschritten, in allen Punken, die dazu beitragen das Messer optisch und technisch zu verbessern, ist das Messermachen also "Hand"-Werk im ganz klassischen Sinn.

Überlegter Maschineneinsatz ist in anderen Teilbereichen des Messermachens wiederum durchaus sinnvoll, beispielsweise bei der Anfertigung von Klappmessern. Dabei muss unbedingt präzise gearbeitet werden, um die engen Toleranzen einzuhalten und gleichbleibende Qualität zu erhalten, wodurch sich der Einsatz von CNC-Maschinen stark empfiehlt. Hier hat ein gut vorgearbeitetes Ausgangsmaterial für die optimale Weiterverarbeitung oberste Priorität.
Unentbehrlich ist für die optimale Wärmebehandlung inzwischen auch ein digital gesteuerter Härteofen mit aufs Grad genauer Temperaturregulierung und Stickstoffatmosphäre sowie anschließender Härteprüfung. Hier wäre das (wenn auch romantische) Härten im Schmiedefeuer ein ungenaues Unterfangen und würde zu einer schlechteren Härtung führen.
Wir suchen also den Weg der sinnvollsten und ehrlichsten maschinellen Ergänzung unserer ganz ursprünglichen Handarbeit mit Feile und Schleifpapier.