Richard Kappeller | Messermacher

Berufsbild Messermacher

Vielen ist der Begriff des "Messerschmiedes" oder des "Messerschleifers" geläufiger als der des Messermachers. Ein Messerschmied war ursprünglich in der Tat ein Schmied mit Hammer und Amboss, der Messerschleifer schliff Messer und Scheren. Ihr Tätigkeitsbereich hat sich aber mit der Zeit und der ständig steigenden Produktionsmenge von Serienmessern und Schneidwaren stark verändert. Heute geht es nicht mehr so sehr ums Schmieden und nur mehr in geringem Ausmaß um das Schärfen von Scheren, Besteck und Handmessern, sondern eher um das Reparieren und Instandhalten von Maschinenmessern. Daher hat sich die Berufsbezeichnung heute auf Schneidwerkzeugmechaniker geändert, und nur in den seltensten Fällen stellt dieser Berufstand auch Messer nach Kundenwunsch her.

Mit diesem speziellen Bereich der Einzel- und Kleinserienanfertigung von exklusiven Messern wiederum beschäftigt sich der Messermacher. Einen speziellen Lehrberuf dafür gibt es nicht, jedoch haben sich in den letzten Jahren viele das Messermachen als Hobby angeeignet, einige, die nebenberuflich Messer machen, und einige Wenige, die sich hauptberuflich darauf verlegen. Einer von diesen Wenigen bin ich; mein oberster Grundsatz ist dabei, die Messer für ihren jeweiligen Einsatzzweck zu perfektionieren und dabei die Designvorstellungen des Kunden einzubinden. Die Verarbeitungsqualität muss auf höchstem Niveau stehen, Design und Material sollen ansprechend und die Produktpalette abwechslungsreich sein. Ziel ist ein funktionelles und exklusives Messer, das den tatsächlichen Einsatz genausowenig zu scheuen braucht wie den kritischen Blick eines Kunstkenners.